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Drei Medaillen und der Wunsch nach mehr

Kasseler SV holt bei den Süddeutschen zweimal Silber und einmal Bronze

von Timm Knappe

Wenn man als kleiner Verein einen der aufregenden Ausflüge zu Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften und Meisterschaften macht, fährt man mit dem typischen olympischen Gedanken hin: „Dabei sein ist alles“. Offenbar nahm am vergangenen Wochenende gerade dieser Slogan den Druck von den Schultern der drei Starter des Kasseler Schwimm-Vereins, die sich mit den stärksten Schwimmern Süddeutschlands um die Podestplätze stritten.

Schon Freitag Nachmittag schlug der Älteste und Erfahrenste zu, Julian Wojnitsch holte über seine Paradedisziplin 50 m Schmetterling die Silbermedaille, in einer überragenden Zeit von 25,90 Sekunden. Auch das Finale buchte er auf dieser Strecke. Kleine Unstimmigkeiten im Wettkampfablauf und andere äußere Einflüsse schienen aber die Konzentration zu stören. Julian schwamm dennoch ein solides Finale am nächsten Tag. Aber ein solcher Triumph machte hungrig nach weiteren Erfolgserlebnissen.

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Als wäre das allein schon ein Grund zum Feiern, legte am nächsten Vormittag Jonas Böber direkt nach. Seine Lieblingsdisziplin, das Rückenschwimmen, bescherte ihm zwei Medaillen. Silber holte Jonas über 100 m Rücken in einer fast schon unglaublichen Zeit von 1:03,40, was Trainer und Verantwortliche stolz machte und man sich angesichts einer Verbesserung seiner Bestzeit um 2,50 Sekunden, was in diesen Zeitregionen überdimensional ist, fragte, wohin die Reise in den nächsten Jahren geht. Am Sonntag legt er über die kürzere Strecke (50 m Rücken) mit Bronze nach, er schaffte auch hier eine neue Bestzeit mit 29,52 Sekunden.

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Jonas durchschwamm sämtliche Trainingsgruppen im Kasseler Schwimm-Verein, angefangen in der Schwimmschule und den Anfängergruppen, wurde nach eine Unmutsbekundung seinerseits von einer jungen Assistenztrainerin vor etwa fünf Jahren einfach in die erste Reihe gestellt und dieser Schritt reichte aus, um in ihm den Kampfgeist zu wecken und einfach groß aufzuschwimmen. Weitere zwei Jahre verbrachte Jonas Böber (JG 2004) in der sogenannten kleinen Leistungsgruppe unter der Leitung seines jetzigen Trainers Christian Dittmar, der 2016 den kompletten Leistungsbereich und Jonas ebenfalls übernahm, zeigte dieser schnell sein Talent und sein Potential. Immer wieder vom Verletzungspech verfolgt gelangen ihm in den letzten Jahren mehrere Medaillen bei Hessischen Jahrgangsmeisterschaften, der Titel „Jahrgangsmeister“ über 100 m Rücken und nun der Sprung in die Schwimmelite des Jahrgangs 2004 in Deutschland. Ende Mai startet er bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin.

Mit nach Berlin wird Timo Le fahren, der sich angesichts der wirklich sehr harten Konkurrenz in Wetzlar über seine Paradedisziplin Freistil mit Platz Vier begnügen musste. Ihm gelang eine neue Bestzeit über 50 m Freistil, aber trotz des undankbaren vierten Platzes kann man stolz auf den Jüngsten sein. Ein Platz 7 über die doppelte Distanz zeigte aber, dass noch Luft nach oben ist, dennoch war die Zeit 59,27 vielversprechend.

Auch Timo wurde im KSV groß, sein erster Wettkampf in Immenhausen vor fast fünf Jahren, bei dem er zwei Medaillen holte. Dort zeigte schon Potenzial, was sich aber ebenfalls erst richtig in der Leistungsgruppe von Christian, der er seit 2016 angehört, entfalten konnte. Stetig arbeitete er sich nach oben, sein erster großer Erfolg war der Titel Hessischer Jahrgangsmeister 2018 über 100 m Freistil, nun qualifizierte sich der Youngster für die Wettkämpfe in Berlin, in der Halle am Europapark war er bereits im Dezember mit der Staffel bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften. Er ist im Jahr 2005 geboren, und hat deswegen noch viel Zeit, seine Leistungen weiter hochzuschrauben.

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Vielleicht sorgen diese Erfolge dafür, den Ansporn anderer im Verein zu wecken, macht es doch Vorstand und Trainerteam stolz und zuversichtlich, dass es in den kommenden Jahren noch weitere Sportlerinnen und Sportler so weit schaffen. Die Strukturen dafür sind sowohl organisatorisch als auch personell vorhanden.

Es ist auch diesem Hintergrund zu verdanken, dass eben ein Julian Wojnitsch in diesem Jahr zum zweiten Mal nach Berlin fahren darf, war er vor vier Jahren schon kurz vor dem „Aufhören“. Auch wenn seine Zeit über 100 m Schmetterling am vergangenen Wochenende eine Differenz zu seiner Bestzeit aufweist, konnte er mit einem brillanten Auftritt über 50 m Freistil (24,94 Sekunden) ein äußerst erfolgreiches Wochenende beenden.

Auch er war in den vielen Jahren von Höhen und Tiefen geprägt, sah er doch seine Chance in der Einrichtung der stark verjüngten Leistungsgruppe im Jahr 2016, als erfahrener Schwimmer ist er mittlerweile eine Art Führungsschwimmer in der Gruppe und genießt Ansehen und Vorbildfunktion

Es kann durchaus mal für einen Moment oder auch etwas länger erlaubt sein, zwei oder drei Zentimeter zu wachsen und einfach diese Ergebnisse zu feiern. Weiter so, KSV.

 
Stand: 16.05.2019 21:40