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13. KSV-Fahrradtour 2014

von Norbert Kistner

Zum 13. Mal hatte der Verstand zu unserer Fahrradtour, traditionell am Himmelfahrtstag, eingeladen. Auch für dieses Jahr war wieder gutes Wetter bestellt worden, doch muss die Bestellung irgendwie auf dem Weg zum Empfänger verloren gegangen sein. Vielleicht liegt sie ja auch noch auf irgendeinem Aktenstapel eines Sachbearbeiters zur weiteren Bearbeitung. Langer Rede, kurzer Sinn, das Wetter war einfach kühl und nass. Aber in der Folgezeit wurde der Nieselregen zumindest ständig weniger.

Trotzdem fanden sich ca. 40 bis 45 Radelwillige pünktlich am Treffpunkt Auebad ein. Nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“ hatten sich alle entsprechend eingekleidet. Insgesamt hatten sich ca. 70 Gäste angemeldet, von denen aber viele gleich zur Grillhütte mit dem Auto fahren wollten.

Quer durch die Buga ging es zunächst nach Waldau. Entlang des Wahlebachs führte die Tour weiter in Richtung Forstfeld. Auf diesem Wegabschnitt waren noch Reste der ehemaligen Söhrebahn bzw. den Werksanschlussgleisen zu erkennen: Schienen, alte Brücken, Bahnübergänge und vieles mehr. Im weiteren Verlauf lag der Radweg dann meist direkt auf der stetig ansteigenden Trasse der ehemaligen Bahnstrecke in die Söhre.

 

Historisches zur Söhrebahn ... Die Privatbahngesellschaft wurde 1910 unter anderem von den Söhregemeinden, der Casseler Basaltindustrie, der Hessischen Braunkohle sowie der Firma Henschel gegründet. Wichtigstes Standbein der Gesellschaft war der Transport der in der Söhre gewonnenen Rohstoffe nach Kassel. Darüber hinaus siedelten sich zahlreiche Betrieb entlang der Strecke an. Viele hatten auch einen eigenen Gleisanschluss.

Auch für die Bevölkerung der Söhredörfer war die Bahnstrecke eine erhebliche Erleichterung, konnte nun die Stadt Kassel, mit ihrer wachsenden industriellen Bedeutung, als Verwaltungsmittelpunkt und den weiterführenden Schulen leichter erreicht werden. An den Wochenenden reisten viele Ausflügler von Kassel aus zum Wandern in den Söhrewald.

Eröffnet wurde die Strecke am 22. August 1912. Ausgangspunkt für die Strecke war der Bahnhof Bettenhausen. Über Eisenhammer wurde nach ca. 4,5 km Lohfelden-Ochsenhausen erreicht. Weiter ging es über Vollmarshausen, Wellerrode bis zum Bahnhof Wellerrode Wald, dem Endpunkt der Strecke. Insgesamt musste die Bahn bei einer Streckenlänge von 10,6 km ca. 180 Höhenmeter überwinden. Eine gute halbe Stunde benötigten damals die Züge, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 25 km/h, von Bettenhausen bis nach Wellerrode. Fünf bis sieben Personenzüge mit zweiter bis vierter Klasse wurden täglich eingesetzt. An Sonntagen waren in der Regel sechs Zugpaare auf der Strecke unterwegst. Dazwischen wurde die Strecke für den An- und Abtransport der Güter genutzt.

Zur Betriebsaufnahme standen der Gesellschaft zunächst zwei kleine 2-achsige Henschel Tenderlokomotiven zur Verfügung, die schon nach kurzer Zeit durch leistungsstärkere 4-achsige Tenderlokomotiven ergänzt bzw. ausgetauscht wurden. In den folgenden 54 Jahren wurden über 50 Millionen Fahrgäste mit der Bahn befördert, im wesentlichen Schüler und Berufspendel nach und von Kassel. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Personenverkehr und Teile des Güterverkehrs am 1. September 1966 eingestellt. Gründe hierfür waren unter anderem auch die rückläufige Entwicklung der Basalt- und Braunkohleindustrie bzw. deren Einstellung. Aber auch der zunehmende private Autoverkehr waren hierfür Gründe.

Nach der Übernahme der Gesellschaft durch die Deutsche Bundesbahn zum 1. Januar 1970 wurde noch bis Ende 1970 Güter über den Streckenteil nach Lohfelden und von dort über die Anschlussgleise zu den Betrieben in Waldau, unter anderem zum AEG-Werk an der Lilienthalstraße, transportiert. Nach der Errichtung neuer Anschlussbahnen ins Industriegebiet Waldau – auf dem ehemaligen Flugplatzgelände – wurde dann Anfang der 80iger Jahre auch die letzten Streckenabschnitte der Söhrebahn stillgelegt.

Schon in den 70iger Jahren wurde die Strecke von Wellerrode Wald bis Lohfelden zurückgebaut und wird seitdem als Rad- und Wanderweg genutzt. Seit den 80er Jahren wird auch der Abschnitt Lohfelden (Nähe Gesamtschule Lohfelden) bis Schwimmbad in Ochshausen ebenfalls als Rad- und Wanderweg genutzt.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude Wellerrode Wald wird heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.

Quellen: Wikipedia ‚Söhrebahn’ / HNA-Regiowiki ‚Söhrebahn’

 

Bis zum Endpunkt des Radwegs in Wellerrode verlief der Anstieg gemächlich, geschuldet dem Streckenverlauf der ehemaligen Bahn. Taleinschnitte entlang der Strecke wurden auf Dämmen überquert, kleine Hügel in Einschnitten gequert. Ab Wellerrode gab es dann den einzigen steilen Anstieg bei der diesjährigen Fahrradtour. Auf ca. 1.000 m Strecke galt es den Höhenrücken Brandt zwischen Wellerrode und Wattenbach zu erklimmen. Einige schaften dies auf dem Rad, die meisten aber schoben ihr Rad den Berg hinauf. Oben angekommen hatten alle drei Viertel der Tour hinter sich gebracht. Die letzten ca. fünf Kilometer bis zur Grillhütte Am Herrchenbach in Lohfelden ging dann nur noch bergab. Gegen 13:30 Uhr wurde die Grillhütte erreicht. Dort angekommen, wurde die Radlerinnen und Radler von den nicht Rad fahrenden begrüßt, die dort schon mit gegrilltem und Getränken versorgt waren.

Somit konnten sich die Neuankömmlinge gleich zur allgemeinen Stärkung am Grill anstellen. Neben Bratwurst und Steaks gab es in diesem Jahr unter anderem Grillkäse für die Vegetarier unter den Gästen. Dazu konnte man sich an verschiedenen gesponserten Salaten erfreuen. Als Nachtisch wurden verschiedene Kuchen und auch Kaffee angeboten.

In der Grillhütte war reichlich Platz, so dass der zwischenzeitlich leichte und kurzzeitige Nieselregen nicht weiter störte. Die Zeit verging schnell und gegen 15:00 Uhr machten sich die ersten auf den Heimweg. Der Rückweg nach Kassel führte nun direkt über Waldau und die Buga zum Auebad.

Nur die Organisatoren aus den Familien Kowol, Masuch, Stotz und Öszeven mussten zum Aufräumen und der Übergabe der Grillhütte verweilen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, auch im Namen des Vorstandes, an die Genannten, aber auch die nichtgenannten Spender von Kuchen und Salate.

Auch wenn das Wetter in diesem Jahr nicht so richtig mitspielte, war es wieder eine sehr schöne Tour durch eins der Naherholungsgebiete rund um Kassel. Bleibt der Wunsch für eine ebenso schöne Strecke in 2015. Vielleicht sollte die Wetterbestellung dann noch ein wenig früher verschickt werden.

 
Stand: 09.06.2014 20:15